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Fachkräfte für Lagerlogistik zu Besuch

Dienstag, 26. Mai 2009

Jüngst haben uns die angehenden Fachkräfte für Lagerlogistik (3. Lehrjahr) mit ihren Ausbildern Martin Hollik und Dieter Katz von der Gießener Friedrich-Feld-Schule besucht. Unser Programm startete mit einer kurzen Einführung über unser Unternehmen und einer kurzen Frühstückspause. Bis dahin eigentlich nichts besonderes, denn wir haben öfters Gruppen im Hause, die sich für hessnatur interessieren.

Ich hatte ganz bewusst genügend Zeit eingeplant für Fragen und Diskussion. Meine Erfahrung bisher war, dass dieses Angebot von Schülern und Auszubildenden eher nur in geringem Maße angenommen wird. Das war hier komplett anders. Es entwickelte sich eine hochinteressante Diskussion über die Unterstützung der Auszubildenden in den Betrieben. Die Logistiker berichteten, wie mit dem „innerbetrieblicher Unterricht“ in den verschiedenen Unternehmen umgegangen wird. Von „findet gar nicht statt“ bis „sehr gut“ waren alle Kategorien vertreten.

Was sich auch in der Diskussion zeigte: Die Qualität der Ausbildung ist nicht von der Größe der Unternehmen abhängig. Und: Auszubildende, die in den Betrieben unterstützt und gefördert werden, schneiden besser bei den Prüfungen ab. Dies sollte eigentlich Grund genug sein, um sich um dieses Thema intensiv zu kümmern. Bei hessnatur sind wir bei diesem Punkt gut aufgestellt, wie sich in der Diskussion gezeigt hat.

Was mich sehr betroffen hat, ist die Tatsache, dass erst ein kleiner Teil eine Zusage für die Übernahme nach der Ausbildung hat. Martin Hollik berichtete, dass dies im vergangenen Jahr noch ganz anders ausgesehen hat - da hatten nur wenige Auszubildenden keine Zusage.

Ich hoffe, dass der Vormittag bei hessnatur eine kleine Ablenkung vom Alltag war. Und dass die eine oder andere Information hilfreich für die weitere berufliche Entwicklung ist. Ein Dankeschön geht an den Kollegen Siggi König, der die Führung durch unsere Logistik geleitet hat.

Den Auszubildenden wünsche ich alles Gute für den weiteren Verlauf der Abschlussprüfung und natürlich viel Erfolg bei den nächsten Schritten als Fachkraft für Lagerlogistik.

hessnatur gewinnt den ersten nachhaltigen Marketingpreis

Freitag, 22. Mai 2009

Das ist ja mal eine schöne Überraschung: hessnatur gewinnt den ersten Marketingpreis im Bereich der Nachhaltigkeit mit dem schönen Namen “Minne”, was für Marketingpreis für innovatives nachhaltiges Marketing steht.

Die Intention des Münchener Marketing Circles, der diesen Preis vergibt, ist, all jene in die Öffentlichkeit zu bringen, die auch an die Ressourcen von morgen denken. Spannend wäre zu erfahren, wer den zweiten und dritten Platz belegt hat.

Und hier die Begründung für den Sieg von hessnatur:

hessnatur gehört zu Pionieren der Umweltbewegung. Mit dem Umweltaktivisten Heinz Hess fing schon 1976, also vor über 30 Jahren, alles an. Er formulierte die Vision und das Bedürfnis nach reiner, natürlicher und unbehandelter Babykleidung und begann mit dem ersten Katalog. Auch heute lebt seine Vision fort, auch heute hinterlassen wir sichtbar Spuren: für ein menschliches und natürliches Leben, eingebettet in gesunde Natur und eine lebendige Gemeinschaft.

Gerade auch im Marketing wird diese Vision mit allen aktuellen Medien gestützt und verbreitet. Vor allem entscheidet für die Jury war die Verknüpfung eines traditionsreichen Labels mit modernstem Medieneinsatz. Neben der Nutzung der üblichen Marketinginstrumenten (Beilagen-Schaltung, Online Newsletter, Mailings, MGM-Maßnahmen, POS-Aktionen etc.) nutzt hessnatur redaktionelle Katalogseiten, auf denen die Kunden über das aktuelle Unternehmensgeschehen (Projekte, Auszeichnungen, Kooperationen etc.) informiert werden. Darüber hinaus ist hessnatur 2008 unter die Blogger gegangen und beschäftigt sich derzeit im Rahmen eines Pilotprojekts mit Empfehlungsmarketing durch Produkt-Tester.

Alles in allem hat die Jury bei hessnatur das Vorbild für das nachhaltige Marketing der Zukunft gesehen. Dazu gehören klare Unternehmensvisionen, maßvolles kontinuierliches Wachstum in den letzten Jahren, überzeugende Produkte, innovative Marketingstrategien und proaktives gesellschaftliches Engagement, welches über das reine Spenden hinausgeht. Als Beispiele seien hier das Anbauprojekt Hessen (kontrolliert biologischer Leinenanbau) genannt und das Rhönschafprojekt, welches die Förderung von Produkten aus deutscher Wolle, speziell aus Rhönwolle fördert.

Die Jury hofft nicht nur einen Pionier und Vordenker hiermit auszuzeichnen, sondern auch, dass andere Unternehmen, v.a. aktuelle Unternehmensgründer dieses Vorgehen als Vorbild verstehen und sich davon inspirieren lassen.

Da bleibt mir nur noch zu sagen: Herzlichen Glückwunsch, liebes hessnatur-Team und Chapeau für die Leistung!

Summsteine

Montag, 11. Mai 2009

Auf dem Weg zu unserem Laden in Butzbach wird man vom Parkplatz aus zunächst durch unsere schöne Gartenanlage geführt - unter einer rosenbewachsenen Pergola hindurch, über einen schönen runden Platz mit Steinbänken, beschwingt über einen Holzsteg und schon öffnet sich die Tür zu unserem Laden. Stressfreies Einkaufen - und wem es zwischendurch doch zu hektisch wird, ist gerne in unseren Garten eingeladen.

Entspannen, wahrnehmen, Energien tanken. Dazu laden die verschiedensten Elemente in unserem Garten ein. Kennen Sie unseren Bauerngarten schon? Über ihn wurde schon einmal im Blog berichtet. Heute möchte ich Ihnen den Summstein als Ort der Sinneswahrnehmung vorstellen. Bisher noch viel zu wenig von unseren KundInnen und MitarbeiterInnen genutzt.

Was ist denn ein Summstein? Warum soll ich denn meinen Kopf in dieses Loch stecken und summen? Was passiert denn eigentlich bei diesem Summstein? Das kann ich vielleicht im Schloss Freudenberg machen, da fällt es nicht so auf, da machen das alle - aber hier mitten auf der Wiese?

Die eingehauene Höhlung fordert auf, mit dem Kopf in eine geschlossene Welt einzutauchen. Abgeschirmt von den Geräuschen der Welt. Töne, Schwingungen und Echos werden durch die Laute, die man macht, hervorgerufen. Besonders angenehm ist das Summen, da die dadurch hervorgerufenen Schwingungen nicht nur das Trommelfell, sondern den ganzen Körper berühren. Mit dem Atem und der Vibration wird dem Gehirn elektrische Energie zugeführt. In der Frühzeit wurde der Summstein zur Begrüßung und Verabschiedung der Sonne benutzt, aber auch zur Erhaltung der Gesundheit und wegen der heilenden Wirkung.

Also, diese innere Massage beim nächsten Besuch unbedingt ausprobieren – wissenschaftliche Belege können wir hier natürlich nicht anführen, aber Spaß macht es alle mal. Das haben wir ausprobiert. Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie bitte Ihren Arzt oder Apotheker.

„Make money - give money“ – Ideen zu Social Business

Montag, 27. April 2009

Die Themen Grameen, Friedensnobelpreisträger Dr. Muhammad Yunus und Social Business – zu deutsch soziales Unternehmertum - sind in unserem Blog ja schon mehrfach behandelt worden.

Ich knüpfe heute daran an und möchte vom „Klassentreffen“ des Grameen Creative Lab berichten, das am Samstag in Wiesbaden stattfand. Das Grameen Creative Lab ist eine gemeinsame Initiative zwischen dem Yunus Center in Dhaka in Bangladesch (das zur Grameen Stiftung gehört) und Circ Responsibility, einem Tochterunternehmen der Agentur Circ von Hans Reitz. Das gemeinsame Ziel der beiden Initiatoren Yunus und Reitz: Die Bekämpfung von Armut weltweit und deren Auslöschung bis 2030. Dafür bringt das Grameen Creative Lab Mitstreiter zusammen, berät Unternehmen in Sachen Social Business und vernetzt Investoren.

Spannend war es zu erfahren, welche Prinzipien Dr. Yunus dafür aufgestellt hat. Er sieht Social Business gleichberechtigt neben dem traditionellem Unternehmertum. Aber: Social Business verfolgt ein soziales Ziel. Investoren geben Startkapital, verlangen keine Zinsen und bekommen bei Rückzahlung nur ihr eingesetztes Kapital zurück – ohne Dividende. Und: Ein Social Business ist keine Wohltätigkeitsveranstaltung zum Geld sammeln, sondern zum Geld verdienen, dessen Gewinne wieder in den Ausbau des Geschäfts oder in neue Projekte fließen. Kurz gefasst: „Make money – give money“. In dem Zusammenhang soll Dr. Yunus auch mal gesagt haben: „If you want to change the world – go for it. I go to work“.

Der Tag, der von vielen Diskussionen und Präsentationen in verschiedenen Workshop-Klassen geprägt war, war ungemein inspirierend: Viele Ideen, viele neue und nette Kontakte und viele Mitstreiter, die im sozialen Wirtschaften Sinn und Nachhaltigkeit sehen. Bemerkenswert übrigens die Location des Klassentreffens: eine Hauptschule in Wiesbaden. Die Schüler haben den kompletten Tag organisiert und mit der Schülerband Wahnsinns-Stimmung gemacht – Respekt!

Ich für meine Fälle bin am Samstag Abend mit einem pickepackevollen Kopf voller Ideen nach Hause gefahren! Ein Gedanke hat mich besonders beeindruckt: Es geht in erster Linie darum, konkret mit einer Idee anzufangen und die voranzutreiben. So, wie wir es bei hessnatur mit einem T-Shirt in Bangladesch gemacht haben. Und darauf aufzubauen. „Das ist so wie in der Natur“, hat Hans Reitz erzählt, „die kann auch keine riesigen und ausgewachsenen Bäume pflanzen. Zuerst einmal müssen die Samen verteilt werden – damit beginnt Wachstum.“

In den kommenden Monaten sollen weitere Treffen des Grameen Creative Lab stattfinden – mehr dazu soll es in Kürze auf der Website geben. Ich war am Samstag zum ersten Mal bei einer Veranstaltung dieser Initiative dabei – aber sicher nicht zum letzten Mal. :-)

Besuch aus der nördlichen Mongolei

Montag, 20. April 2009

Auf diesen Termin heute habe ich mich besonders gefreut, denn das hat man ja nicht alle Tage: Kontakt mit den Menschen, die für uns die sagenhafte Yakwolle zu tollen Pullovern verarbeiten. Und das ganz exklusiv!

Das junge Pärchen kommt ganz unprätentiös und bescheiden bei uns an. Mit Michael Krause an meiner Seite wird schnell ein spannendes Frage- und Antwortspiel daraus.

Wie kommt man denn dazu, die bei uns bis dato völlig unbekannte Yakwolle nach Deutschland zu bringen? Diese Frage löst sich schnell, denn meine Gesprächspartnerin ist Mongolin mütterlicherseits. Mit einigem unternehmerischem Gespür und wohl auch der nötigen Risikobereitschaft, aber auch einer entspannten Ruhe scheint die Mischung zu stimmen: 2006 fingen die beiden dort mit eigener Produktion an. Eine Erfolgsgeschichte, die heutzutage ihresgleichen suchen kann. Angefangen haben sie mit 3 Mitarbeitern, heute, 3 Jahre später, sind schon 27 Mitarbeiter beschäftigt. Mit dabei auch ein Bruder und der Onkel, der sich inzwischen auf die Auswahl und den Einkauf besonders guter Yak-Qualitäten spezialisiert hat. Er muss ja die Lieferanten besuchen. Und diese wandern mit ihren Jurten über die Weiden hauptsächlich rund um den Khuvsgul-See im Norden und das Arkhangai-Aimag in der Landesmitte. Die Yaks wollen in die Höhe, sie halten bis zu minus 40°C im Winter aus. Im Sommer wird es dort tagsüber auch mal 30°C warm – eine ordentliche Spanne!

Ja, das haben wir doch schnell verstanden: In der Mongolei schlagen die Uhren noch anders. Da ist Geld nicht alles, was einen Menschen an einen Arbeitsplatz bindet. Die Würde und das Gefühl müssen stimmen. Unsere beiden Besucher haben deutsche Arbeitsbedingungen mit mongolischen verknüpft und so eine große Zufriedenheit für ihre Mitarbeiter in der Strickerei erzielt. Da gehören geregelte Arbeitszeiten genauso dazu wie Renten- und Krankenversicherung (was wohl dort noch nicht üblich ist), Urlaubsgeld und zwei kostenlose Mahlzeiten am Tag. Sie wollen, dass die Menschen „mit ihrem Herzen arbeiten“. Eine Formulierung, die wir hier bei hessnatur natürlich gerne hören!

Die Mongolei ist bekannt für hochwertige Kaschmirverarbeitung. Die Verarbeitung von Yak auf den dort verwendeten Handstrickmaschinen benötigt aber ein anderes Vorgehen. Ohne Ehrgeiz und Tüftelei geht es kaum, das Yakhaar ist kürzer und verhält sich beim Spinnen und Stricken einfach anders. Mittlerweile sind die einstigen Kaschmirstricker/-innen und –Verabeiter/-innen wahre Yak-Profis geworden.

Auch die Lagerung der Wolle wird durch deutsches „Know-How“ verbessert: Dort wird noch gewohnheitsmäßig mit Mottenkugeln gegen Motten gekämpft (einen Kommentar dazu verkneife ich mir, aber ich denke, jeder hat jetzt den typischen Geruch in der Nase). Unsere Yak-Lieferanten nehmen bei ihren Flügen in die Mongolei Lavendel mit. In geschlossenen Räumen mit Lavendel beduftet – das reicht, versichern uns die beiden. Auch über den Transport nach Deutschland hat man sich deshalb für die schnelle Luftfracht entschieden – damit keine Pestizide für lange Transporte per Schiff notwendig werden. Alles in unserem Sinne – es könnte doch immer so einfach sein…

Übrigens: Wer mehr über das Leben in der Mongolei und die nomadisierenden Viehhirten erfahren will, dem sei das Buch „Der Zorn der Wölfe“ empfohlen. Diesen Tipp bekamen wir sozusagen gratis - on-top - von unseren Besuchern.