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„Make money - give money“ – Ideen zu Social Business

Montag, 27. April 2009

Die Themen Grameen, Friedensnobelpreisträger Dr. Muhammad Yunus und Social Business – zu deutsch soziales Unternehmertum - sind in unserem Blog ja schon mehrfach behandelt worden.

Ich knüpfe heute daran an und möchte vom „Klassentreffen“ des Grameen Creative Lab berichten, das am Samstag in Wiesbaden stattfand. Das Grameen Creative Lab ist eine gemeinsame Initiative zwischen dem Yunus Center in Dhaka in Bangladesch (das zur Grameen Stiftung gehört) und Circ Responsibility, einem Tochterunternehmen der Agentur Circ von Hans Reitz. Das gemeinsame Ziel der beiden Initiatoren Yunus und Reitz: Die Bekämpfung von Armut weltweit und deren Auslöschung bis 2030. Dafür bringt das Grameen Creative Lab Mitstreiter zusammen, berät Unternehmen in Sachen Social Business und vernetzt Investoren.

Spannend war es zu erfahren, welche Prinzipien Dr. Yunus dafür aufgestellt hat. Er sieht Social Business gleichberechtigt neben dem traditionellem Unternehmertum. Aber: Social Business verfolgt ein soziales Ziel. Investoren geben Startkapital, verlangen keine Zinsen und bekommen bei Rückzahlung nur ihr eingesetztes Kapital zurück – ohne Dividende. Und: Ein Social Business ist keine Wohltätigkeitsveranstaltung zum Geld sammeln, sondern zum Geld verdienen, dessen Gewinne wieder in den Ausbau des Geschäfts oder in neue Projekte fließen. Kurz gefasst: „Make money – give money“. In dem Zusammenhang soll Dr. Yunus auch mal gesagt haben: „If you want to change the world – go for it. I go to work“.

Der Tag, der von vielen Diskussionen und Präsentationen in verschiedenen Workshop-Klassen geprägt war, war ungemein inspirierend: Viele Ideen, viele neue und nette Kontakte und viele Mitstreiter, die im sozialen Wirtschaften Sinn und Nachhaltigkeit sehen. Bemerkenswert übrigens die Location des Klassentreffens: eine Hauptschule in Wiesbaden. Die Schüler haben den kompletten Tag organisiert und mit der Schülerband Wahnsinns-Stimmung gemacht – Respekt!

Ich für meine Fälle bin am Samstag Abend mit einem pickepackevollen Kopf voller Ideen nach Hause gefahren! Ein Gedanke hat mich besonders beeindruckt: Es geht in erster Linie darum, konkret mit einer Idee anzufangen und die voranzutreiben. So, wie wir es bei hessnatur mit einem T-Shirt in Bangladesch gemacht haben. Und darauf aufzubauen. „Das ist so wie in der Natur“, hat Hans Reitz erzählt, „die kann auch keine riesigen und ausgewachsenen Bäume pflanzen. Zuerst einmal müssen die Samen verteilt werden – damit beginnt Wachstum.“

In den kommenden Monaten sollen weitere Treffen des Grameen Creative Lab stattfinden – mehr dazu soll es in Kürze auf der Website geben. Ich war am Samstag zum ersten Mal bei einer Veranstaltung dieser Initiative dabei – aber sicher nicht zum letzten Mal. :-)

hessnatur gibt Berufsorientierung

Montag, 23. März 2009

Ende Januar war es wieder soweit. Mit großer Freude aber auch mit einem seltsamen Gefühl im Bauch besuchte ich meine ehemalige Schule in Giessen an der ich 1982 mein Abitur gemacht habe.
Seit 5 Jahren bin ich als „ehemaliger“ an einer Veranstaltung des Fördervereins der Friedrich Feld Schule beteiligt: Die sogenannten „Berufsorientierungstage“ sollen den Schülern die Möglichkeit geben, sich über Berufsbilder zu informieren und aus erster Hand zu erfahren, wie es im alltäglichen Arbeitsleben so zugeht.

Hierzu aktiviert die Schule ehemalige Schüler aus den unterschiedlichsten Branchen, die dann von ihrem beruflichen Werdegang und dem Unternehmen in dem Sie tätig sind, berichten. Die Schüler hatten die Möglichkeit „Ehemalige“ aus den Bereichen Banken und Versicherungen, Automobil, Immobilien, Werbung und aus der Textilbrache kennen zulernen und bei Bedarf Kontakt aufzunehmen.

In diesem Jahr war ich erstmals als Mitarbeiter von hessnatur am Start. Der Klassenraum war gut gefüllt mit Schülerinnen und Schülern aus der 12 und 13 Klasse der Friedrich Feld Schule.
Neben einer kurzen Unternehmensvorstellung von hessnatur konnte ich den Schülern zum Einstieg einen kurzen Einblick in Aufgabenschwerpunkte des Finanzen und Controlling-Bereiches von hessnatur geben. Gerade die Orientierung bei den kaufmännischen Berufen ist für die Schüler von großem Interesse, da es sich um ein berufliches Gymnasium mit Schwerpunkt Wirtschaft handelt.

Danach ging es weiter mit der Vorstellung der Berufs- und Ausbildungsmöglichkeiten die hessnatur bietet. Und das sind mehr als man vermutet.
Ausbildungsmöglichkeiten gibt es für Bürokaufleute, Fachlageristen, Einzelhandelskaufleute, Werbekaufleute und Fachinformatiker. Ebenfalls sehr gefragt ist die Möglichkeit ein berufsbegleitendes Studium zu absolvieren.

Im Anschluss daran, hatten wir noch ausreichend Zeit Fragen zu beantworten und den Schülern ein paar „Tipps“ zu geben. Vor allem ging es dabei um den Vergleich zwischen einem Studium an der Universität oder einem berufsbegleitenden Studium, um Verdienstmöglichkeiten aber auch um Fragen rund um das Thema Finanzen & Controlling. Ein Schüler fragte mich: „Können wir das was wir an unserer Schule in den Fächern Buchführung und Wirtschaftslehre lernen später wirklich gebrauchen?“ Zur Freude des anwesenden Lehrers konnte ich diese Frage mit einem klaren „ja“ beantworten und auch mit einigen Beispielen belegen.

Es war aber auch noch Zeit, den Schülern zu berichten, was aus meiner Sicht bei der Berufsorientierung wichtig ist. Das ist zum einen ein Unternehmen das von seiner Philosophie und seinen Grundwerten zu einem persönlich passt, und zum anderen ein Aufgabengebiet das einem sehr viel Freude und Spaß bietet.

Beide Punkte konnte ich bei meiner „Berufsorientierung“ umsetzen und ich wünsche den Schülern, dass es im Rahmen Ihrer weiteren Ausbildung ebenso gelingt.
Infos zur Veranstaltung gibt es auch auf der Homepage der Schule.

Faires Kaufhaus gesucht

Mittwoch, 18. März 2009

                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                      

 Am Wochenende habe ich meinen Kleiderschrank “ausgemistet”. Und während ich so sortiere und räume und der Stapel für den Kleidersack nur langsam und mühsam wächst (weil Frau ja grundsätzlich der Überzeugung ist, dass sie das alles bestimmt noch mal anziehen kann…irgendwann), fällt mir ein altes T-Shirt von hessnatur in die Hände, optisch durchaus noch “tragbar”, aber mir mittlerweile zu klein.

Und ich denke: Eigentlich könnte ich das Teil auch in die grüne Tonne werfen oder im Garten vergraben, weil komplett bio und kompostierbar :-) Netter Gedanke…mach ich aber natürlich nicht, weil das T-Shirt noch brauchbar ist und ich bei einer Millionen Tonnen Textilmüll im Jahr allein in Deutschland nicht noch Öl ins Feuer gießen will. Außerdem freue ich mich immer, wenn sich für meine ehemaligen Lieblingsstücke noch ein dankbarer “Nachfolger” findet.

Stellt sich also die Frage, wohin damit bzw. was sich mit dem T-Shirt und den restlichen Textilien Sinnvolles anstellen lässt. Nachdem ich meine ausrangierte Garderobe bisher immer in die Altkleidersammlung gegeben habe, will ich es diesmal anders machen und meine Klamotten an ein soziales Kaufhaus verschenken. 

Der Gedanke, dass die Sachen Menschen mit wenig Geld zugute kommen, die unmittelbar in meiner Nähe, vielleicht sogar in meiner Stadt leben, finde ich irgendwie netter als die Vorstellung, dass die Teile mit “Empfänger unbekannt” über den gesamten Erdball verstreut werden. Außerdem weiss ich von den fairhaus-Läden, an die hessnatur seine Restware verschenkt, dass sie Langzeitarbeitslose beschäftigen. Im Hinblick auf unsere aktuellen Arbeitslosenzahlen ein weiterer Anreiz für mich, meine textilen Schätze diesmal einer solchen Einrichtung zu spenden.         

Deshalb bin ich auf der Suche nach einem fairen Laden oder sozialen Kaufhaus in der Nähe, vorzugsweise im Raum Gießen oder Frankfurt. Vielleicht kennt einer von Euch ja eine entsprechende Adresse, die Ihr idealerweise schon mal selbst getestet habt und für empfehlenswert haltet?

Social Media – Ist Vertrauen besser als Kontrolle?

Donnerstag, 12. März 2009

Im Rahmen unseres Workshops zum Thema „Social Media“ wurden wir u.a. auch mit dem Statement „there is  an inverse relationship between control and trust“ konfrontiert.

Als Marketer mit langjähriger Versandhandels-Erfahrung musste ich mir die Aussage erst einmal auf der Zunge zergehen lassen - war unser Business bisher doch sehr stark von Kontrolle geprägt. So versenden wir Kataloge an ausgewählte Kunden, um keine Werbemark zu verschwenden, effizient auch im Sinne der Umweltbelastung zu handeln. Generell agiert man aber eher aus dem Unternehmen heraus und gibt Informationen/Angebote in den Markt, anstatt in den aktiven Dialog mit dem Verbraucher zu treten.

Wobei ich auch sagen muss, dass wir bei hessnatur den Dialog mit unseren Kunden schon immer sehr gern und intensiv geführt haben. Ich schätze es sehr, dass unsere Kunden auch sehr rege sind und selten ein Blatt vor den Mund nehmen, wenn es um Anregungen und Ihre Bedürfnisse geht. Es trägt sehr gut zur Verbesserung der Dienstleistung als auch natürlich zur eigenen Wahrnehmung bei. Aus diesem Grund wurden auch aktuell die Projekte Blog oder auch Produkttester ins Leben gerufen, um genau von diesem Wissensstand zu partizipieren und uns ständig zu verbessern.

Web 2.0“ oder auch „Social Media“ sind die aktuellen Schlagwörter. Die Kunden-Demokratie steigt und es findet ein umdenken statt. Aus forschen wird zuhören, man vermarktet indem man Gespräche führt, Kunden vernetzen sich, schließen Freundschaften und unterstützen sich.

Ich genieße es Tag für Tag die Kommentare in unserem Blog zu studieren und zu sehen, wie stark das Interesse sowie die Anteilnahme ist. Im Prinzip eigentlich ganz einfach… man steckt viel mehr Vertrauen in die Meinung der Menschen, welche einem schon seit Jahren oder auch nur seit Monaten begleiten. Sie sind überzeugt von uns und wie wir arbeiten! Warum sollten wir das ignorieren?

Ja, es ist wirklich eine Umkehr von Kontrolle zu Vertrauen, welcher wir uns gerne stellen. Wir schätzen den Dialog, werden uns weiter für die Bedürfnisse der Menschen öffnen, Meinungen akzeptieren, konstruktiv diskutieren und vor allem Vertrauen schenken. Schon ein komisches Gefühl, wenn man Gewohnheiten ablegt und sich neuen Dingen zuwendet.  :)

Schulkleidung - Pioniere aus Thüringen

Montag, 2. März 2009

In meinem ersten Beitrag über unser Engagement für eine verbindende Schulkleidung an deutschen Schulen habe ich versucht zu erklären, was hessnatur hier tut, warum wir es tun.

Nun möchte ich etwas konkreter werden und wie versprochen die erste Schule vorstellen, die sich schon Ende 2007 für eine gesunde und faire Schulkleidung entschieden hat: die Bergschule St.Elisabeth im Heilbad Heiligenstadt. Die christliche Schule aus dem Eichsfeld (wunderschönstes Thüringen!) hat uns von Anfang an tatkräftig unterstützt. Wir haben uns besucht und beraten, Optionen und Restriktionen zusammen getragen, Schüler- Workshops organisiert und abends mit dem schulischen Projektteam weiter diskutiert. Nur so konnte die aktuelle hessnatur Schulkleidungs-Kollektion aus 15 Artikeln in 8 verschiedenen Farben entstehen.

Ein großer Lacher war übrigens meine unbedachte Formulierung beim ersten Besuch in der Schule. Ich wollte meiner Begeisterung mal so richtig Nachdruck verleihen und lobte die Schüler und Lehrer als absolute “Pioniere” im Projekt. Diese Bezeichnung weckte allerdings eher großes Schmunzeln aufgrund eindeutiger Assoziationen mit Ernst Thälmann, anstatt meinen Enthusiasmus zu unterstreichen. Naja, verstanden haben wir und trotzdem von Anfang an…

Gerade im Vergleich mit anderen Schulen wurde mir hier auch zum ersten Mal klar, warum genau hier gesellschaftlicher Wandel Wirklichkeit werden kann, und warum man sich anderenorts manchmal schwer tut: Wo Lehrer und Eltern eng und offen zusammen arbeiten, wo Schüler von Beginn an mit eingebunden werden, da hat die Vision einer gemeinschaftlichen Kleidung den richtigen Nährboden. In Schulen dagegen, die ausschließlich auf die Unterstützung und das Tun von hessnatur warten, gerät die Entwicklung und Überzeugungsarbeit immer wieder ins Stocken.

Noch immer meldet sich die Projektleiterin Ulrike Plath regelmäßig bei uns und berichtet uns über neue Entwicklungen und Ideen zur Schulkleidung – eine wertvolle Verbindung, um gemeinsam zu wachsen und zu lernen! Auf der Homepage der Schule finden Interessierte auch Erfahrungsberichte, die einen lebendigen Einblick in Sachen Schulkleidung geben.

Und so ganz nebenbei hat die “Europaschule” & “Schule ohne Rassismus” gerade die vierte Zertifizierung erreicht: Das anspruchsvolle Qualitätszertifikat EFQM. Herzlichen Glückwunsch! hessnatur ist wirklich stolz, mit solchen vorbildlichen Schulgemeinschaften zusammen zu arbeiten.

Demnächst noch mehr über unsere tollen Schulen: Die Bugenhagenschulen Hamburg, die Schrenzerschule Butzbach, Die IGS Kandel, die Wilhelm-Raabe-Schule Hannover, die Freie Waldorfschule Buxtehude, und viele mehr!