26. Juni 2009

In dieser Form überschrieb eine Religionslehrerin unserer Realschule hier in Butzbach ihre Lernkontrolle (so nennt man das heute) für eine neunte Klasse und fragte, wie das Leben so ist als „Geschöpf Gottes“. Meine Tochter kam mit dieser Arbeit nach Hause; es interessierte mich dabei eigentlich erst mal: Wie will eine Lehrerin Antworten auf solche Fragen überhaupt benoten?
Das war nach dem Lesen völlig unwichtig geworden. Zwei der Antworten möchte ich unbedingt „in Umlauf“ ( im Wortlaut) bringen, denn sie haben viel damit zu tun, an welchen Dingen wir hier arbeiten, was uns hier verbindet und zu einer Gemeinschaft macht. Es hat Überraschungspotenzial, sicher für manch einen von uns:
Die Frage lautete: Neben Deinen persönlichen Aufgaben und Zielen warten im Leben auch gesellschaftlich wichtige Aufgaben auf Dich und Deine Generation.
Welches sind Deiner Meinung nach die wichtigsten Aufgaben für Deine Generation?
Haben diese Aufgaben für Deine Lebensplanung eine Bedeutung?
„Die wichtigste Aufgabe für meine Generation ist der Umweltschutz! Wir müssen unbedingt mehr auf die Umwelt achten und das umsetzen, was von der älteren Generation angefangen, besprochen und diskutiert wurde. Aber auch die Fehler und Pläne der alten Generation zu finden, zu verbessern und auszuführen.
In meiner Lebensplanung möchte ich Umweltschutz unbedingt mit einbringen. ZB. in der Auswahl meines Autos werde ich auf jeden Fall darauf achten, dass es keinen zu hohen CO²-Ausstoß hat, sondern dass es rundum so umweltfreundlich ist, wie es nur geht! (…)
Es gibt viele Leute, die so etwas wie Umweltschutz gar nicht kennen oder wahrhaben wollen. Ich möchte versuchen, solche Leute davon zu überzeugen, wie wichtig es ist - für unsere Generation - auf die Umwelt zu achten und dass es jetzt Zeit wird, dass JEDER sich um SEINE und UNSERE Umwelt zu kümmern hat!!! In der Vergangenheit ist viel zu viel gepfuscht und getrödelt worden mit dem Schutz der Umwelt. Also müssen wir (unsere Generation) uns auf unseren „Hosenboden“ setzen und das aufholen und erarbeiten, was schon hätte viel früher gemacht werden müssen!!!“
Das ist doch wie ein kalter, nasser Waschlappen mitten in unser Gesicht, oder?! Ins Gesicht der „älteren Generation“. Sie hat doch recht, wir reden viel, wir – wenigen – sind aktiv und fahnenschwingend vorbildlich. Und doch passiert zu wenig. Hallo PolitkerInnen: Hört Ihr die Stimme einer 15-Jährigen? Das wäre ein Maßstab, mit dem Ihr in der nächsten Wahl messbar sein solltet!
Tags: Gemeinschaft, Umweltschutz, Verantwortung
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Dieser Artikel wurde von Dagmar Reichardt geschrieben.
25. Juni 2009

… “Erfinden Sie Ihr Geschäft neu”, so lautete das Motto der 13. LOHAS-Conference, die vom 17. bis 19. Juni in Boulder/Colorado stattfand. Ich konnte den “Geist” von Boulder schon etwas früher spüren, da ich bereits am 16. angereist bin. Boulder steht wie fast keine andere Stadt in den USA für den Lebensstil der LOHAS und repräsentiert dies auch gerne nach außen.
Das Motto der Veranstaltung war aus meiner Sicht absolut passend gewählt und wurde auch von den Teilnehmern gelebt. So startete die Conference auch nicht mit einem Vortrag zum Business, sondern mit der Frage, wann ich mich denn in meinem eigenen Leben “neu erfunden habe” - “Re-Inventing Ourselves”. Es ist an der Zeit, dass man bestehende, etablierte Geschäftsmodelle überdenkt und sich neu erfindet. Für mich hat dies am besten der Vortrag von Adam Werbach (Global CEO von Saatchi & Saatchi S) vermittelt, der die Strategien in Frage gestellt hat, wie die Unternehmen heute ausgerichtet sind, um Gewinn zu generieren. Aus seiner Sicht geht es um den Weg, wie man diesen Gewinn erzielen möchte. Dabei sollte sich der Fokus hin zu einer nachhaltigen Ausrichtung bewegen, flexibel genug sein, um auf kurzfristige Entwicklungen zu reagieren sowie im Einklang mit unserer Umwelt stehen und nicht lediglich die Shareholder im Blickwinkel haben.
Auch hessnatur war an einem Diskussionsforum beteiligt. Wolf Lüdge war Teilnehmer an einem Panel, welches die Überschrift „Innovative LOHAS-Businesses“ trug. Mir als Besucher dieses Forums wurde schnell klar, dass das Thema saubere Kleidung in den USA noch absoluten Nachholbedarf in Sachen Aufklärung besitzt. Wolf konnte hessnatur hier entsprechend präsentieren und als Maßstab benennen. Mit Informationen zur textilen Kette, unseren Projekten in Burkina Faso, Nepal als auch Bangladesch sowie unseren Richtlinien sorgte er für Begeisterung und Applaus.
Gerade hier haben wir uns natürlich auch gefragt „Müssen wir uns hinsichtlich des Trends denn überhaupt neu erfinden? Sind wir denn mit unserer konsequenten Ausrichtung nicht “state of the art”?“. Ich sage ganz deutlich JA! Wir müssen weiter an der Aufklärung der Menschen arbeiten, transparent sein und uns öffnen. Erste Schritte haben wir ja bereits getan und in Boulder konnten wir dieses Ziel auch erreichen. Meine To-Do-Liste ist auf jeden Fall angewachsen und ich überlege gerade, wie ich meine neuen Kontakte am besten organisiere.
Tja, einen Wehmutstropfen gab es am Ende dann leider doch noch. Während eines Vortrags am Freitag Morgen gab es eine Live-Schaltung zur Karmakonsum-Konferenz in Frankfurt. Leider konnte ich gerade diesen Vortrag nicht besuchen, denn ich hätte gerne ein paar Grußworte an Christoph und Noel gerichtet. Dies hole ich hiermit nach!
Tags: LOHAS, Nachhaltigkeit
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Dieser Artikel wurde von Gernot Mickel geschrieben.
24. Juni 2009

… gibt es manche Leckerei. Zwischen Mehl und Milch macht so mancher Knilch eine riesengroße Kleckerei – in der Weihnachtsbäckerei!
Die Kassette von Rolf Zuckowski lief bei uns zu Hause vor, während und nach dem Plätzchen backen – eigentlich während der ganzen Weihnachtszeit. Und dass ich den Text heute noch auswendig kann, soll - ohne eigene Kinder zum Üben zu haben - doch was heißen.
Warum schreibe ich heute, am 24. Juni 2009, über Weihnachten? Noch ein halbes Jahr und dann weihnachtet es. Und während sich all meine Kollegen und ich auf das Freibadwetter freuen, stecken wir mitten in den Vorbereitungen zu unserem Weihnachtskatalog.
In dem diesjährigen Weihnachtskatalog wird es eine tolle Seite zum Thema “Backen mit der ganzen Familie” geben. Neben Ausstecher-Förmchen werden wir zum ersten Mal Kinderbackschürzen aus Bio-Baumwolle anbieten - mit einer tollen Tasche und einem dicken Lebkuchen aus braunem Cord.
Die Schürzen werden von unseren großartigen Näherinnen gemacht, die auch unsere Sommertaschen für den Sommerkatalog 2009 genäht haben. Und: Die Schürzen sollen ebenso wie die Taschen etwas Gutes tun. Der Erlös der Taschen ist unserem Nepal-Projekt New SADLE zu Gute gekommen, der Erlös der Schürzen wird komplett nach Burkina Faso in West-Afrika gehen. So unterstützten Sie zusammen mit hessnatur einmal mehr unser Schulspeisungs-Projekt für die Kinder der Bio-Baumwollbauern. Eine runde Sache, bei der Kinder im Mittelpunkt stehen. Auch wenn Weihnachten noch sechs Monate hin ist: Ich freu’ mich drauf!
Tags: Bio-Baumwolle, Biobaumwolle, Burkina Faso, Weihnachten
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Dieser Artikel wurde von Stefanie Karl geschrieben.
23. Juni 2009

Nachhaltigkeit hat Priorität - darin waren sich alle einig, ganz egal, wie sich der Workshop beim Greencamp auch nannte. Die Idee ist einfach, gleichzeitig spektakulär und vor allem genauso liberal und demokratisch, wie die beiden Macher der Karmakonsum-Konferenz, Christoph und Noel, das angezettelt haben: Die Workshopideen stammen aus den Reihen derer, die sich zum Greencamp angemeldet hatten. Also ein Tag von den Teilnehmern für die Teilnehmer. Austausch in den Pausen dazwischen wurde groß geschrieben. Durch die Diskussionsrunden oder aktive Teilnahme in Gruppenarbeiten lernten sich viele untereinander besser kennen und so füllte ein angeregtes Unterhaltungs-Geräusch die Luft in der langen Mittagspause. Genauso sollte es sein. Netzwerken in bestem Ambiente. Und alles mit Menschen, die sich intensiv mit dem Thema Ökologie und Nachhaltigkeit beschäftigten. Einen Virus gesetzt haben wir damit sicherlich mitten in der Börse Frankfurts, dem Zentrum für klassisches Wirtschaften in Deutschland, ja, in Europa. Ja, die Fackel brennt für mehr Nachhatigkeit im Tun jedes Einzelnen!
Ein Beispiel für diese Vielzahl an Energie, Begeisterung und Initiative war der Workshop von Sebastian Backhaus und Philipp Goeckler, die in Berlin vor einer Woche einen Carrotmob organisiert hatten (wir berichteten). Es waren „die üblichen Verdächtigen“, die kamen. Die, die sowieso nachhaltig leben und konsumieren. Es muss ein echter Event und ein super Ergebnis für den Ladenbesitzer geworden sein! Die beiden Initiatoren wünschten sich für das nächste Carrotmob, noch mehr Menschen mobilisieren zu können.
Dass es Zeit ist, umzudenken, haben uns alle Redner des vorangegangenen Tages immer wieder und von verschiedenen Seiten deutlich gemacht. Ob es Hans Reitz mit seiner Vision eines Social Business war oder Prof. S. Carbonaro, die mit eindrucksvollem Bildmaterial herbeigesehnte Veränderungen und Sehnsüchte aufzeigte. Radikal umdenken forderte sie mitreißend. Im Saal waren wir uns dazu alle einig.
Mit vielen neuen Ideen und beeindruckenden Gesprächen kamen Michi Krause und ich wieder an unsere Schreibtische zurück. Es ist, wie Prof. Götz Rehn, der Gründer und visionäre Chef von Alnatura, sagte: „Sieh auf zu den Sternen, gib acht auf die Gassen“. Heute müssen wir mal wieder vor unsere Füße schauen und einen Schritt nach dem anderen gehen.
Übrigens: Die Fackel bringen wir mit und tragen sie in unser Tun!
Tags: Allgemeines, Gesellschaft, Nachhaltigkeit, Ökologie
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Dieser Artikel wurde von Dagmar Reichardt geschrieben.
22. Juni 2009

Das war ein echtes Highlight während der Karmakonsum Konferenz am Freitag in Frankfurt: Eine Videokonferenz zwischen Christoph von Karmakonsum und Ted Ning, dem Organisator des LOHAS Forum in Boulder im amerikanischen Bundesstaat Colorado. Das Forum ist übrigens eine der größten LOHAS-Konferenzen weltweit, die es schon seit 13 Jahren gibt und bei der sich alles um Gesundheit, Genuss, nachhaltiges und soziales Unternehmertum dreht.
Mit einigen Stunden Zeitverschiebung (Colorado ist acht Stunden “zurück“) gab es eindrucksvolle Grüße aller Teilnehmer der Karmakonsum Konferenz zu den im Geiste verbündeten Besuchern des LOHAS Forums und zurück. Einfach ein emotionaler Moment, wenn über 200 Leute in Frankfurt klatschen und aus mehreren tausend Kilometern Entfernung herzlich zurückgejubelt wird – LOHAS, verbindet Euch!
Ich hatte gehofft, Wolf Lüdge und Gernot Mickel in der LOHAS-Veranstaltung mit Videoschaltung zu sehen, aber die beiden waren zu der Zeit auf einem anderen Panel der Veranstaltung zu Gast und haben hessnatur vorgestellt.
Gernot erzählte mir heute begeistert von LOHAS, das Motto „Re-Inventing The Way We Do Business“ sei absolut angebracht gewesen und gelebt worden – mehr wird er Euch in den nächsten Tagen in einem extra Beitrag darüber berichten.
Tags: Karmakonsum, LOHAS
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Dieser Artikel wurde von Michael Krause geschrieben.