Archiv für die Kategorie "Umwelt"

Bio und Fairtrade

Freitag, 3. Juli 2009

Zur Zeit scheint in der Schweiz eine spezielle Entwicklung erkennbar zu werden: Bio “verdrängt” Fairtrade.

Durch die immer höher werdende Schadstoffbelastung unseres Lebensraumes nehmen auch Allergien sprunghaft zu. Das führt offenbar dazu, dass immer mehr Konsumenten darauf achten, nicht nur die Lebensmittel, sondern auch die Kleidung möglichst schadstofffrei, also Bio, einzukaufen.

Discounter wollen auch am „Biokuchen“ teilhaben und lassen so genannte “Bio - Billigware” produzieren. Dies ergibt einen höheren Kaufmarkt gegenüber einem kleineren Produktionsmarkt. Im Jahre 2008 war in der Schweiz der Zuwachs von Fairtrade gehandelter Ware nur noch 3,1 %, weltweit 22 %.

Obwohl wir weltweit immer noch den höchsten Fairtrade-Pro-Kopf-Konsum haben, stimmt dies bedenklich. Erfreulich ist, dass Grossbritannien und die USA stark aufholen. Weltweit wurde im letzten Jahr knapp 3 Milliarden Euro Fairtrade-Umsatz generiert.

Ein Bio-Label scheint zur Zeit einen stärkeren Kaufreiz zu haben als die Zusicherung, respektvoll mit den produzierenden Bauern umzugehen und dafür zu sorgen, dass diese ein vernünftiges Auskommen haben, ohne ihre Kinder zur Arbeit schicken zu müssen. Unser gemeinsames Projekt des Anbaus von Bio-Baumwolle in Burkina Faso, das wir zusammen mit der Schweizer Entwicklungshilfe-Organisation Helvetas betreiben und bei dem wir 20 % Bio- als auch 20 % Fairtrade-Prämie zusätzlich zum afrikanischen Baumwollpreis zahlen, hat da Vorbildcharakter.

Mein Standpunkt: Auf Bio muss nicht, auf Fairtrade darf nicht verzichtet werden, damit wir mit offenem Blick den Menschen in den produzierenden Ländern begegnen können. Es sollte für uns selbstverständlich sein, dass wir mit Respekt einkaufen, nach dem Motto: lieber weniger, dafür fair - und bio!

Wasser bedeutet Leben

Mittwoch, 1. Juli 2009

Ohne Wasser kein Leben, kein Überleben. Und dennoch sind wir nicht in der Lage, unsere Gewässer sauber zu halten. Glauben wir wirklich, dass unser sprudelndes Mineralwasser aus der Flasche sauber ist? Es sieht zumindest so aus. Und meist kommt es ja auch aus so tiefen Tiefen, dass eine Verschmutzung eher unwahrscheinlich ist. Oder?!

Eine Studie, die vom Umweltbundesamt (UBA) innerhalb eines Forschungsprojektes in Auftrag gegeben wurde, brachte es jetzt ans Licht: Eine massive Belastung, ja, eine Kontamination von Hormonen fanden die Wissenschaftler vor: „Wir mussten feststellen,“ so Martin Wagner von der Uni Frankfurt, der mit Prof. Jörg Oehlmann zusammen diese Forschung betrieb, „ dass Mineralwasser hormonell betrachtet in etwa die Qualität von Kläranlagenabwasser aufweist“. Na, da wird’s uns doch schlecht, oder?!

Übrigens: in PET-Flaschen verpackt ist der östrogen-aktive Hormoncocktail etwa doppelt so hoch wie in einer Glasflasche. Weichmacher und Co. … Mahlzeit, sage ich da nur!

Es ist doch klar, die Menschheit nimmt seit Jahrzehnten Unmengen an Medikamenten ein (man denke da nur mal an die Pille), wir verunreinigen massiv die Gewässer mit Schadstoffen bei all den konventionell-industriellen Produktionen! Oder denkt nur an die Dauer-Medikamentengaben an die Tiere, die unsere Massenfleischproduktion sichern sollen… Wer glaubt denn heute noch, dass uns diese Inhaltsstoffe in der Nahrungskette nicht wieder begegnen? Und was machen sie mit uns? Gesundheit ist sicher das letzte, was uns dazu einfällt.

Um so wichtiger ist es doch, von vornherein und jederzeit mit den eigenen Konsum-Entscheidungen darauf zu achten, WIE ein Produkt hergestellt wurde. Bei solchen Nachrichten geht einfach nur noch Bio, oder?! Und es wird auch klar, wie wichtig es ist, auch hier bei der textilen Produktion auf Wasser und Abwasser zu achten. Nur bei der Gewährleistung einer geregelten Klärung der Abwässer bekommt eine Färberei von uns den Zuschlag zur hessnatur-Produktion, so höre ich Rolf Heimann aus unserem Bereich Innovation und Ökologie sagen. Das musste ich mir angesichts dieser Nachrichten noch mal vor Augen führen. Und da wir auf den Feldern auch mit natürlichen Wassermengen von oben arbeiten und ohne Pestizide und Herbizide, bleibt der natürliche Regenwasser-Zyklus auch in Ordnung. Soweit, so gut. Und was trinken wir jetzt?!

Greencamp 2009: Die Fackel brennt

Dienstag, 23. Juni 2009

Nachhaltigkeit hat Priorität - darin waren sich alle einig, ganz egal, wie sich der Workshop beim Greencamp auch nannte. Die Idee ist einfach, gleichzeitig spektakulär und vor allem genauso liberal und demokratisch, wie die beiden Macher der Karmakonsum-Konferenz, Christoph und Noel, das angezettelt haben: Die Workshopideen stammen aus den Reihen derer, die sich zum Greencamp angemeldet hatten. Also ein Tag von den Teilnehmern für die Teilnehmer. Austausch in den Pausen dazwischen wurde groß geschrieben. Durch die Diskussionsrunden oder aktive Teilnahme in Gruppenarbeiten lernten sich viele untereinander besser kennen und so füllte ein angeregtes Unterhaltungs-Geräusch die Luft in der langen Mittagspause. Genauso sollte es sein. Netzwerken in bestem Ambiente. Und alles mit Menschen, die sich intensiv mit dem Thema Ökologie und Nachhaltigkeit beschäftigten. Einen Virus gesetzt haben wir damit sicherlich mitten in der Börse Frankfurts, dem Zentrum für klassisches Wirtschaften in Deutschland, ja, in Europa. Ja, die Fackel brennt für mehr Nachhatigkeit im Tun jedes Einzelnen!

Ein Beispiel für diese Vielzahl an Energie, Begeisterung und Initiative war der Workshop von Sebastian Backhaus und Philipp Goeckler, die in Berlin vor einer Woche einen Carrotmob organisiert hatten (wir berichteten). Es waren „die üblichen Verdächtigen“, die kamen. Die, die sowieso nachhaltig leben und konsumieren. Es muss ein echter Event und ein super Ergebnis für den Ladenbesitzer geworden sein! Die beiden Initiatoren wünschten sich für das nächste Carrotmob, noch mehr Menschen mobilisieren zu können.

Dass es Zeit ist, umzudenken, haben uns alle Redner des vorangegangenen Tages immer wieder und von verschiedenen Seiten deutlich gemacht. Ob es Hans Reitz mit seiner Vision eines Social Business war oder Prof. S. Carbonaro, die mit eindrucksvollem Bildmaterial herbeigesehnte Veränderungen und Sehnsüchte aufzeigte. Radikal umdenken forderte sie mitreißend. Im Saal waren wir uns dazu alle einig.

Mit vielen neuen Ideen und beeindruckenden Gesprächen kamen Michi Krause und ich wieder an unsere Schreibtische zurück. Es ist, wie Prof. Götz Rehn, der Gründer und visionäre Chef von Alnatura, sagte: „Sieh auf zu den Sternen, gib acht auf die Gassen“. Heute müssen wir mal wieder vor unsere Füße schauen und einen Schritt nach dem anderen gehen.

Übrigens: Die Fackel bringen wir mit und tragen sie in unser Tun!

Die Zukunft ist das Meer

Freitag, 12. Juni 2009

Eine Vision ist ein Bild, das wir uns von unserer Zukunft machen, für die wir uns begeistern und andere begeistern können. Es bringt Klarheit und Richtung in das Handeln und Denken. Von einer Vision begeistert zu sein ist wohl eines der ältesten, natürlichsten und grundsätzlichsten Prinzipien, mit denen Menschen sich selbst und andere begeistern und Veränderungen herbeiführen.“ So gelesen unter blueprint.de.

Kürzlich las ich im Journal für Frankfurt die Vision von Matthias Horx vom Zukunftsinstitut, die er sich über die Entwicklung Frankfurts macht. Genial, dachte ich: Schrankenfrei, konventions-, gesetzes- und reglementierungsfrei hat er eine Großregion mit ihrem kreativen, pulsierenden Potential zu einer neuen Einheit formiert. Ebenso abstrakt und schrankenfrei müsste man dieses Bild von einer über die regionale Begrenztheit jetztiger Denk- und Handlungsmuster hinausgehenden Zukunftsidee auch für die Textilbranche anlegen können.

Die Vision, die einst Heinz Hess antrieb, hessnatur zu gründen, ließ ja damals noch gar nicht ahnen, wohin ihn sein eigenes Sehnen und Drängen einmal führen würde. Was, wenn hessnatur-Richtlinien, so streng sie sind, so fundiert, dass sie Grundlage für IVN und Co. werden und geworden sind – ja, was, wenn hessnatur Maßstab für die Fertigung von Textilien generell werden würde? Weltweit, branchenweit? Die Vordenkerrolle wird zur Massenbewegung, weil sie das Zeug dazu hat und der Druck der Konsumenten, Kunden und KäuferInnen immer stärker und prägnanter wird. Genial. Diese Denke würde die ganze Produktionskette verändern, würde unsere Projektarbeit in Burkina Faso, Nepal oder Bangladesch zur Selbstverständlichkeit werden lassen. Dann behielte Saint-Exupèry recht mit seinem Zitat: „Wenn Du ein Schiff bauen willst, so trommle nicht Männer zusammen, die Holz beschaffen, Werkzeuge vorbereiten, Holz bearbeiten und zusammenfügen – sondern lehre sie die Sehnsucht nach dem weiten, unendlichen Meer.“

Es ist die Sehnsucht nach Giftfreiheit, nach dem Erhalt unserer Umwelt, nach einer intakten Natur, in der Kinder gesund aufwachsen können, in der Artenvielfalt und nicht Artensterben auf der Tageordnung stehen. In der Genmanipulation nicht mal ein Fremdwort ist. Das ist das Meer, nach dem wir streben.

Bis dahin halte ich mich an den Satz von Viktor Hugo, der mir tatsächlich greifbar nahe scheint: „Nichts ist so mächtig wie eine Idee, deren Zeit gekommen ist.“

Zeige, wofür Du stehst!

Freitag, 5. Juni 2009

Unser “World in your Hand” T-Shirt hat sich zu einem Symbol des Engagements für bewusstes Kleiden entwickelt. Vielen Dank an Planet Green , Vogue, Easy Being Green, Eco-chick, AlternativeConsumer, ReallyNatural für die Unterstützung der Aktion!

Mehr und mehr Menschen haben erkannt, dass auch ein simples T-Shirt einen Teil zu Umweltschutz und Nachhaltigkeit beitragen kann. Die komplette textile Wertschöpfungskette vom Anbau der Bio-Baumwolle bis hin zur Produktion sowie das Spenden eines Teils des Verkauferlöses hat viele Unterstützer und Anhänger in den USA und im deutschsprachigem Raum gefunden. Die Geschichte und die Vorzüge des Grameen T-Shirts könnt Ihr auf hessnatur.info und im Blog lesen.

Aus diesem Anlass haben wir uns folgendes überlegt: Spinnen wir doch die Geschichte mit Dir weiter, indem wir eine Bildergalerie über Deine ganz persönliche Geschichte mit dem T-Shirt erstellen und im Blog veröffentlichen. Wir möchten nämlich mit Deiner Hilfe herausfinden, wohin das “World in your Hand” T-Shirt schon gereist ist - vom Büro über das Essen bei den Schwiegereltern ;-) bis in ferne Länder - wie zum Beispiel nach Bangladesch, wo Michi und Steffi im März gewesen sind.

Wir würden uns freuen, wenn Du mitmachen würdest bei dieser gemeinsamen Aktion. Ich bin total gespannt auf Dein Foto ! Zeige, wofür Du stehst und lass uns gemeinsam die Reise des T-Shirts beginnen!

Sende dein Foto an: darius. pallus (at) hess-natur.de