Archiv für die Kategorie "Material"

In der Weihnachtsbäckerei …

Mittwoch, 24. Juni 2009

… gibt es manche Leckerei. Zwischen Mehl und Milch macht so mancher Knilch eine riesengroße Kleckerei – in der Weihnachtsbäckerei!

Die Kassette von Rolf Zuckowski lief bei uns zu Hause vor, während und nach dem Plätzchen backen – eigentlich während der ganzen Weihnachtszeit. Und dass ich den Text heute noch auswendig kann, soll - ohne eigene Kinder zum Üben zu haben - doch was heißen.

Warum schreibe ich heute, am 24. Juni 2009, über Weihnachten? Noch ein halbes Jahr und dann weihnachtet es. Und während sich all meine Kollegen und ich auf das Freibadwetter freuen, stecken wir mitten in den Vorbereitungen zu unserem Weihnachtskatalog.

In dem diesjährigen Weihnachtskatalog wird es eine tolle Seite zum Thema “Backen mit der ganzen Familie” geben. Neben Ausstecher-Förmchen werden wir zum ersten Mal Kinderbackschürzen aus Bio-Baumwolle anbieten - mit einer tollen Tasche und einem dicken Lebkuchen aus braunem Cord.

Die Schürzen werden von unseren großartigen Näherinnen gemacht, die auch unsere Sommertaschen für den Sommerkatalog 2009 genäht haben. Und: Die Schürzen sollen ebenso wie die Taschen etwas Gutes tun. Der Erlös der Taschen ist unserem Nepal-Projekt New SADLE zu Gute gekommen, der Erlös der Schürzen wird komplett nach Burkina Faso in West-Afrika gehen. So unterstützten Sie zusammen mit hessnatur einmal mehr unser Schulspeisungs-Projekt für die Kinder der Bio-Baumwollbauern. Eine runde Sache, bei der Kinder im Mittelpunkt stehen. Auch wenn Weihnachten noch sechs Monate hin ist: Ich freu’ mich drauf!

Wir lieben Symbole

Freitag, 19. Juni 2009

Mythen und Geschichten sind es, die uns gerade hier auf dem Karmakonsum-Kongress beschäftigen. Die Gespräche in den Pausen, die faszinierenden Menschen mit ihren Geschichten, ihren Visionen und Anstrengungen, Nachhaltigkeit und Öko 2.0 in die Welt, nein, in den mainstream zu tragen, schwirren durch die Luft hier in der Börse Frankfurts. Die Lohas sind vielschichtig und nicht zu greifen. Ein Glückszustand, den es wohl auch im persönlichen Leben zu erstreben gilt.

Es ist tatsächlich viel, was wir heute hier hören können, erleben können und auch mit nach Hause in unser Tun bringen können. Eine Kraft und eine Motivation, die von diesem Tag heute ausgeht!

Trotzdem erinnere ich mich noch an den ersten Vortrag von heute morgen von Frau Marlehn Thieme aus dem Nachhaltigkeitsrat. Es wurde persönlich, als sie uns von ihrer Nachhaltigkeit erzählte: ganz real, denn sie stopft noch ihre Socken. Ja, das lebt uns die ältere Generation noch vor, ohne das es den Titel Nachhaltigkeit oder LOHAS oder Öko bekommen muss.

Mir gefällt diese Wertschätzung, die hinter dem “Sockenstopfen” steckt. Auch ich versuche Werte zu erhalten. Nicht nur Werte, die für alle Wert und Inhalt sind, sondern auch Werte in Form von den ganz kleinen Dingen, die außer mir, wohl keinem anderem wichtig sind…

Gibts die auch bei Euch? Die symbolischen “Socken”, die wir stopfen, weil sie uns erhaltenswert erscheinen?

Inhalte udn Werte, die wir mitnehmen, die uns ausmachen, differenzieren von anderen und auch zusammengehörig werden lassen mit anderen. Die kommunizieren mit den Werten anderer. Auch gestopfte Socken. Oder geflickte Pullover. Geschichten verbergen sich vielelicht hinter diesen Macken, Löchern - eben Gelebtem. Es kommt von innen. Spürbar.

Circulo Annual

Mittwoch, 17. Juni 2009

Mit unserer Präsentation zur Fashion Week in New York sind wir im September 2008 in den US-amerikanischen Markt eingetreten. Nicht im Zelt am Bryant Park unter all den prominenten Designern, sondern in der Matthews Gallery in Chelsea hat Miguel Adrover für hessnatur seine Installationen „Hidden in Natur“ aufgebaut. Keine wilden, untragbaren Modekreationen auf dem Laufsteg, sondern feine, durchdachte Kompositionen aus Naturmaterialien, die gleichzeitig Kunst, Handwerk, Natur und Mode verbinden. Diese Ausstellung, die auch nach der Fashion Week noch einige Wochen in New York zu sehen war, erregte viel Aufmerksamkeit und Anerkennung.

Nach New York gingen die Figuren auf Reisen: Higuera wurde vor Weihnachten in Paris ausgestellt und zu Gunsten der Organisation SOL EN SI, die sich für HIV-infizierte Kinder in Afrika einsetzt, versteigert. Seit der Ladeneröffnung im Oktober in München streckt der Banyan Tree dort seine Äste in den Himmel, die elegante Lagrima ist im Laden in Hamburg zu Hause und die restlichen Figuren warten noch auf interessante Ausstellungsorte.

Circulo Annual, die Figur Jahresringe, steht zur Zeit in Butzbach in unserem Ladengeschäft. Bei einem Besuch dort habe ich mir die Figur noch einmal genauer angeschaut und bin nach wie vor fasziniert von der Idee des Kleides und der Komposition.

Das Kleid wurde komplett von Miguel Adrover in Handarbeit hergestellt. Auf einem Unterkleid aus fester Baumwolle und Rosshaar (um dem Kleid Stabilität zu geben) hat Miguel verschiedene Leinenmaterialien in wunderschönen Farben wie Jahresringe aufgearbeitet. Das Leinen stammt aus unserem Leinenprojekt und die Seide für das Futter des Kleides ist ebenfalls „organic“. Getragen wird das Kleid von einem Torso aus Walnussholz, der in Marokko speziell für diese Kombination hergestellt wurde.

Die Idee: Figur und Kleid verdeutlichen durch die verwendeten Materialien - Leinen und Walnussholz - und durch die sowohl im Kleid als auch im Holz auftauchenden Jahresringe die enge Verbindung zur Natur; zeugen gleichzeitig von Vergänglichkeit und Langlebigkeit; symbolisieren Standfestigkeit und Lebenskraft, aber auch Verletzlichkeit und Schutzbedürfnis der Natur.

Pima ist prima

Montag, 15. Juni 2009

Heute schlagen wir im Blog mal unser Faserlexikon zum Thema Pima-Baumwolle auf: Die Pima-Baumwolle ist eine sehr hochwertige, ursprünglich aus Peru stammende Baumwolle mit dem klingenden botanischen Namen “Gossypium barbadense”. Pima ist übrigens auch der Name eines amerikanischen Indianerstammes, der mitgeholfen hat einen extra langen Faserwuchs der Pima-Baumwolle zu entwickeln.

Das besondere an Pima-Baumwolle ist nämlich, dass sie aus besonders feinen und langen Fasern besteht. Sie ist eine der längsten und feinsten Baumwollfasern überhaupt, was dazu führt, dass sie sich wie eine Edelfaser auf der Haut anfühlt.

Die handgepflückte Pima-Baumwolle wurde in Arizona entwickelt und wurde aus einer ägyptischen Form, die im 19. Jahrhundert kultiviert wurde, erhalten. Dabei hat sie einen matten Glanz und ist ausgesprochen weich, fließend und widerstandsfähig gegen Pilling. Die Pflanze ist sehr empfindlich und hat ganz besondere Anforderungen an die Bodenbeschaffenheit. Aus diesem Grunde wird diese Baumwolle kaum kontrolliert biologisch angebaut und hat einen Weltmarktanteil bei nur 2%.

hessnatur bezieht die Pima-Baumwoll-Produkte aus Peru konsequent aus kontrolliert-biologischem Anbau. Unser “Mann vor Ort”, der die Produktion der Kleidung aus Pima-Baumwolle betreut, ist übrigens Matthias Hess, Sohn unseres Firmengründers Heinz Hess.

Die Zukunft ist das Meer

Freitag, 12. Juni 2009

Eine Vision ist ein Bild, das wir uns von unserer Zukunft machen, für die wir uns begeistern und andere begeistern können. Es bringt Klarheit und Richtung in das Handeln und Denken. Von einer Vision begeistert zu sein ist wohl eines der ältesten, natürlichsten und grundsätzlichsten Prinzipien, mit denen Menschen sich selbst und andere begeistern und Veränderungen herbeiführen.“ So gelesen unter blueprint.de.

Kürzlich las ich im Journal für Frankfurt die Vision von Matthias Horx vom Zukunftsinstitut, die er sich über die Entwicklung Frankfurts macht. Genial, dachte ich: Schrankenfrei, konventions-, gesetzes- und reglementierungsfrei hat er eine Großregion mit ihrem kreativen, pulsierenden Potential zu einer neuen Einheit formiert. Ebenso abstrakt und schrankenfrei müsste man dieses Bild von einer über die regionale Begrenztheit jetztiger Denk- und Handlungsmuster hinausgehenden Zukunftsidee auch für die Textilbranche anlegen können.

Die Vision, die einst Heinz Hess antrieb, hessnatur zu gründen, ließ ja damals noch gar nicht ahnen, wohin ihn sein eigenes Sehnen und Drängen einmal führen würde. Was, wenn hessnatur-Richtlinien, so streng sie sind, so fundiert, dass sie Grundlage für IVN und Co. werden und geworden sind – ja, was, wenn hessnatur Maßstab für die Fertigung von Textilien generell werden würde? Weltweit, branchenweit? Die Vordenkerrolle wird zur Massenbewegung, weil sie das Zeug dazu hat und der Druck der Konsumenten, Kunden und KäuferInnen immer stärker und prägnanter wird. Genial. Diese Denke würde die ganze Produktionskette verändern, würde unsere Projektarbeit in Burkina Faso, Nepal oder Bangladesch zur Selbstverständlichkeit werden lassen. Dann behielte Saint-Exupèry recht mit seinem Zitat: „Wenn Du ein Schiff bauen willst, so trommle nicht Männer zusammen, die Holz beschaffen, Werkzeuge vorbereiten, Holz bearbeiten und zusammenfügen – sondern lehre sie die Sehnsucht nach dem weiten, unendlichen Meer.“

Es ist die Sehnsucht nach Giftfreiheit, nach dem Erhalt unserer Umwelt, nach einer intakten Natur, in der Kinder gesund aufwachsen können, in der Artenvielfalt und nicht Artensterben auf der Tageordnung stehen. In der Genmanipulation nicht mal ein Fremdwort ist. Das ist das Meer, nach dem wir streben.

Bis dahin halte ich mich an den Satz von Viktor Hugo, der mir tatsächlich greifbar nahe scheint: „Nichts ist so mächtig wie eine Idee, deren Zeit gekommen ist.“