Archiv für die Kategorie "externes"

Re-Inventing the way you do business …

Donnerstag, 25. Juni 2009

… “Erfinden Sie Ihr Geschäft neu”, so lautete das Motto der 13. LOHAS-Conference, die vom 17. bis 19. Juni in Boulder/Colorado stattfand. Ich konnte den “Geist” von Boulder schon etwas früher spüren, da ich bereits am 16. angereist bin. Boulder steht wie fast keine andere Stadt in den USA für den Lebensstil der LOHAS und repräsentiert dies auch gerne nach außen.

Das Motto der Veranstaltung war aus meiner Sicht absolut passend gewählt und wurde auch von den Teilnehmern gelebt. So startete die Conference auch nicht mit einem Vortrag zum Business, sondern mit der Frage, wann ich mich denn in meinem eigenen Leben “neu erfunden habe” - “Re-Inventing Ourselves”. Es ist an der Zeit, dass man bestehende, etablierte Geschäftsmodelle überdenkt und sich neu erfindet. Für mich hat dies am besten der Vortrag von Adam Werbach (Global CEO von Saatchi & Saatchi S) vermittelt, der die Strategien in Frage gestellt hat, wie die Unternehmen heute ausgerichtet sind, um Gewinn zu generieren. Aus seiner Sicht geht es um den Weg, wie man diesen Gewinn erzielen möchte. Dabei sollte sich der Fokus hin zu einer nachhaltigen Ausrichtung bewegen, flexibel genug sein, um auf kurzfristige Entwicklungen zu reagieren sowie im Einklang mit unserer Umwelt stehen und nicht lediglich die Shareholder im Blickwinkel haben.

Auch hessnatur war an einem Diskussionsforum beteiligt. Wolf Lüdge war Teilnehmer an einem Panel, welches die Überschrift „Innovative LOHAS-Businesses“ trug. Mir als Besucher dieses Forums wurde schnell klar, dass das Thema saubere Kleidung in den USA noch absoluten Nachholbedarf in Sachen Aufklärung besitzt. Wolf konnte hessnatur hier entsprechend präsentieren und als Maßstab benennen. Mit Informationen zur textilen Kette, unseren Projekten in Burkina Faso, Nepal als auch Bangladesch sowie unseren Richtlinien sorgte er für Begeisterung und Applaus.

Gerade hier haben wir uns natürlich auch gefragt „Müssen wir uns hinsichtlich des Trends denn überhaupt neu erfinden? Sind wir denn mit unserer konsequenten Ausrichtung nicht “state of the art”?“. Ich sage ganz deutlich JA! Wir müssen weiter an der Aufklärung der Menschen arbeiten, transparent sein und uns öffnen. Erste Schritte haben wir ja bereits getan und in Boulder konnten wir dieses Ziel auch erreichen. Meine To-Do-Liste ist auf jeden Fall angewachsen und ich überlege gerade, wie ich meine neuen Kontakte am besten organisiere.

Tja, einen Wehmutstropfen gab es am Ende dann leider doch noch. Während eines Vortrags am Freitag Morgen gab es eine Live-Schaltung zur Karmakonsum-Konferenz in Frankfurt. Leider konnte ich gerade diesen Vortrag nicht besuchen, denn ich hätte gerne ein paar Grußworte an Christoph und Noel gerichtet. Dies hole ich hiermit nach!

LOHAS, verbindet Euch!

Montag, 22. Juni 2009

Das war ein echtes Highlight während der Karmakonsum Konferenz am Freitag in Frankfurt: Eine Videokonferenz zwischen Christoph von Karmakonsum und Ted Ning, dem Organisator des LOHAS Forum in Boulder im amerikanischen Bundesstaat Colorado. Das Forum ist übrigens eine der größten LOHAS-Konferenzen weltweit, die es schon seit 13 Jahren gibt und bei der sich alles um Gesundheit, Genuss, nachhaltiges und soziales Unternehmertum dreht.

Mit einigen Stunden Zeitverschiebung (Colorado ist acht Stunden “zurück“) gab es eindrucksvolle Grüße aller Teilnehmer der Karmakonsum Konferenz zu den im Geiste verbündeten Besuchern des LOHAS Forums und zurück. Einfach ein emotionaler Moment, wenn über 200 Leute in Frankfurt klatschen und aus mehreren tausend Kilometern Entfernung herzlich zurückgejubelt wird – LOHAS, verbindet Euch!

Ich hatte gehofft, Wolf Lüdge und Gernot Mickel in der LOHAS-Veranstaltung mit Videoschaltung zu sehen, aber die beiden waren zu der Zeit auf einem anderen Panel der Veranstaltung zu Gast und haben hessnatur vorgestellt.

Gernot erzählte mir heute begeistert von LOHAS, das Motto „Re-Inventing The Way We Do Business“ sei absolut angebracht gewesen und gelebt worden – mehr wird er Euch in den nächsten Tagen in einem extra Beitrag darüber berichten.

Wirtschaft macht keinen Sinn

Freitag, 19. Juni 2009

Nach den Vorträgen von Bernd Draser von Ecodesign und Prof. Dr. Götz Rehn von Alnatura gabs eine Diskussionsrunde mit allen Beteiligten des Vormittags (von links nach rechts Prof. Dr. Rehn, Hans Reitz, Dr. Simonetta Carbonaro und Bernd Draser).

Bemerkenswert die These von Alnatura-Geschäftsführer Rehn, dass Wirtschaft keinen Sinn macht. Sondern dass ihr erst Sinn gegeben werden muss: Gewinn könne Benchmark sein, aber nicht das Ziel von Wirtschaften, so Rehn. Und dass Kunden dann auch wirtschaftliche Aktivitäten, die Sinn haben und stiften, erst wirklich ermöglichen.

Dr. Simonetta Carbonaro, die mit ihrer Keynote heute Morgen schon für Begeisterung gesorgt hat, bringt bei der Diskussion über nachhaltiges Design einen Ansatz ins Gespräch, den ich auch für unsere Marke wichtig finde - Stichwort design for life. Nachhaltiges Design solle sich nicht nur auf Produkte beziehen, sondern im weiteren Sinne auch als Entwurf, Idee, Vision verstanden werden.

Jetzt nach der Mittagspause steht gerade TAZ-Kolumnist Martin Unfried auf der Bühne, animiert zum Mitsingen und Mitklatschen beim Song gegen Atomstrom … “Kein Strom von e.on, kein Stom von RWE …”

Mehr von uns heute Nachmittag!

Regisseure für eine bessere Zukunft

Freitag, 19. Juni 2009

So, gleich gehts los! Dagmar und ich sind heute bei der dritten Karmakonsum-Koferenz in Frankfurt. Nach den Grußworten der beiden Veranstalter Christoph und Noel ist gerade Moderator Peter Unfried von der TAZ auf der Bühne und stellt das Programm vor. “Es ist wichtig, dass Konsumenten ökologische und nachhaltige Produkte lieben”, sagt Peter Unfried, das müsse man spüren. Das ist doch eine schöne Prämisse für den heutigen Tag - ebenso wie das , was Christoph eben gesagt hat: “Wir brauchen Regisseure für eine bessere Zukunft.”

Spannende Vorträge rund ums Thema nachhaltiges, NEUES Wirtschaften stehen auf dem Programm. Hans Reitz wird zum Thema Social Business sprechen, es geht um die LOHAS-Bewegung und nachhaltige Markenführung.

Dagmar und ich werden heute von der Karma-Konferenz live bloggen und Euch an den spannenden Themen teilhaben lassen. Der Ort übrigens, an dem wir uns befinden, ist ein historischer:der Ludwig-Erhard-Saal in der Börse Frankfurt. Hier wurde für die BRD die Währungsreform beschlossen. Das ist doch ein schönes Symbol für das, um was es auch heute und in Zukunft gehen soll: eine Reform dessen, wie wir wirtschaften und vernetzt mit Natur und Mensch leben wollen.

Ein Tag gegen Kinderarbeit - CARPE DIEM

Mittwoch, 10. Juni 2009

Warum eigentlich muss es einen Tag wie den 12. Juni geben? Einen Tag, der sich gegen Kinderarbeit ausspricht. Die UNICEF hat weltweit dazu aufgerufen und begeht den Tag bereits heute bundesweit mit Aktionen, auch für Kinder, in mehr als 80 Städten.

Es ist wirklich kaum vorstellbar: „Weltweit müssen rund 158 Millionen Kinder im Alter von 5 bis 14 Jahren arbeiten. Viele von ihnen schuften unter gesundheitsschädlichen Bedingungen – in Fabriken, in Steinbrüchen und in Baumwollplantagen“, so UNICEF. Dass das Thema inzwischen eine große Öffentlichkeit bewegt, zeigen die populären Namen: Am Brandenburger Tor in Berlin demonstrieren heute Schauspielerin Cosma Shiva Hagen und Top-Model Eva Padberg mit gegen die Ausbeutung der Kleinsten in der Gesellschaft.

Dass es in den Zulieferstätten von hessnatur keine Kinderarbeit gibt, dafür stehen wir mit unserem Namen. design for life, das steht eben nicht nur für ein tolles Produkt, sondern auch für die Verantwortung, die wir von Anfang an übernehmen. Damit sollten wir keine Sonderrolle spielen und es sollte kein Wort wert sein. Ist es aber in Zeiten, in denen kleine Preise die Kaufentscheidungen anführen.

Ein Tag also, der uns alle angeht. Die, die eigene Kinder haben und alles dafür tun, ihnen ein gesundes und geborgenes Heranwachsen zu ermöglichen. Dass es Kinder gibt, die dieses Recht auf Kindheit nicht haben. Und dieser Tag geht diejenigen an, die Entscheidungen treffen. Was sie wo zu welchen Preisen produzieren lassen. Und diejenigen, die kaufen.

Es könnte ein Tag des Nachdenkens sein, aber auch einer des Wünschens. Fragen Sie doch mal die Kinder, die in den vielen verschiedenen Mitmachaktionen Kinderarbeit nachstellen. Was würden sie sich wünschen für Gleichaltrige auf der anderen Seite der Erdkugel? Ich würde mir vor allem wünschen, dass wir weniger wegschauen. Auch hierzulande, wo Not und Armut unter Kindern zunehmen. Es reicht oft, einfach wachsam zu sein und den Kindern in die Augen zu schauen. Leid wird sichtbar, wenn wir es sehen wollen. Und wenn wir etwas dagegen tun wollen. Carpe diem.